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Toutant gewinnt die Premiere in Berlin!

Moritz schrieb am Donnerstag, 15. Oktober 2009 um 15:26:

Das war sie also, die Premiere des Freestyle.Berlin. Eigentlich war alles gewohnt schweizerisch perfekt organisiert und durchdacht. Es fehlte jedoch ein essentieller Bestandteil des Events: Die Besucher. Am Freitag fand man sich voller Vorfreude am Einlass ein und wartete auf die Menschenmassen, doch sie kamen einfach nicht. Verschiedenen Stimmen zufolge fanden lediglich Rund 600 Zuschauer den Weg am Freitag zum Zentralflughafen Tempelhof. Dabei hatten sich die Organisatoren doch alle Mühe gegeben die einzigartige Infrastruktur des denkmalgeschützten Flughafens optimal auszunützen. Die Labelworld, sowie ein FMX Sprung, die Essensstände und die Vertramp waren alle unter dem riesigen Dach des Flughafens aufgestellt um den Zuschauern Schutz vor schlechtem Wetter zu bieten.

Trotz allen Bemühungen fanden über das gesamte Wochenende verteilt nur gerade 13'000 Zuschauer den Weg ans Freestyle.Berlin. Verglichen mit den fast 50'000 Tausend Zuschauer welche das Freestyle.ch dieses Jahr zu verzeichnen hatte eine ernüchternd kleine Zahl. Die Gründe liegen laut den Organisatoren hauptsächlich in zwei Gründen. Einerseits wurde im Vorfeld in Berlin viel zu wenig Werbung gemacht, in einer solch grossen Stadt wie Berlin sei dies unerlässlich, da die Menschen so viele verschiedene Möglichkeiten haben, wie sie ihre Freizeit gestallten können. Der zweite Punkt liegt an den hohen Eintrittspreisen, welche sich nahezu auf schweizer Niveau befinden. Die Berliner sind sich nicht gewohnt für eine Veranstaltung dieser Art Eintrittspreise von mehr als 50 Euro für einen 3-Tagespass zu bezahlen.

Soviel zu den negativen Punkten des Freestyle.Berlin. Die Tatsache, dass es nur so wenig Besucher hatte war für die Anwesenden auch ein Vorteil. So Entstand eine sehr familiäre Atmosphäre und man traf immer wieder die gleichen Leute. Sei es vor der Rampe oder beim Laaxstand in der Labelworld, bei dem alle immer wieder versuchten eine der begehrten Tageskarten für das Gebiet zu gewinnen.

Natürlich gab es wieder die gleichen sportlichen Höchstleistungen zu bestaunen wie bereits in Zürich. Am Samstagabend, leider in strömendem Regen, fand die bei den Zuschauern sehr beliebte Crossoversession statt. Da sich, wie bereits erwähnt, nicht ganz so viele Zuschauer auf dem Gelände befanden war auch der Ablauf der Crossoversession ein wenig anders. Wo der Zuschauer in der Schweiz für gewöhnlich seinen fest Platz hat von dem er die gesamte Session anschaut, wanderten die Zuschauer in Berlin von Sportart zu Sportart. Bei den kühlen Temperaturen auch eine willkommene Möglichkeit um sich aufzuwärmen.

Besonders die Snowboarder waren bei den Zuschauern sehr beliebt. Mit Seb Toutant und Elias Ellhard schafften es gleich 2 Fahrer in das Superfinale einzuziehen. Der Sieger von Zürich, Iouri Podlatschikov, hätte es mit Sicherheit auch verdient sich für das Finale zu qualifizieren. Doch mit Mat Rebaud stand ihm einer der besten FMXer der Welt gegenüber, der es schaffte mit seinen Sprüngen das Publikum auf seine Seite zu ziehen. Im Finale kam dann die Show von Elias Ellhard. In der Qualifikation am Mittag stürzte er bei fast allen seiner Sprünge und war sichtlich Enttäuscht, dass es nicht für die Qualifikation für den Sonntag reichte. Doch Samstagabend gab er nochmal alles und sprang einen perfekten bs double cork 10 und schaffte es damit sich gegen den zweiten Publikumsliebling Mat Rebaud durchzusetzen und die Crossoversession zu gewinnen.

Am Sonntag standen dann die Finals an. Bei den Freeskiern war wieder der Wettbewerb: Wer schafft es am meisten style und verschieden Grabs in den doublecork einzubauen. Dies gelang an diesem Tag dem jungen Schweden Henrik Harlaut, der mit extrem viel Style seinen Doublecork sprang und damit verdienter Sieger des Freestyl.Berlin wurde.

Bei den Snowboardern gab es schon in der 40 Minütigen Session einige Highlites zu bewundern. Es war beeindrucken, wie sich einige Fahrer seit dem freestyle.ch verbessern konnten. Peetu Piironen zeigte perfekte doublecork 10s, welche ihm in Zürich noch nicht gelangen. Iouri Podlatischkov stand wieder seinen bs doublerodeo 9, was ihm genügen Punkte für seinen Technischen Sprung einbrachte. Er benötigte lediglich einen perfekten Stylesprung für den Einzug ins Superfinale. Iouri legte alles auf eine Karte und versuchte einen one-foot (nur mit einem Fuss in der Bindung ) über den Kicker. Er stürzte jedoch bereits bei der Anfahrt und alle Hoffnung auf den Einzug ins Finale schien verflogen. Doch Iouri beeilte sich und er schaffte es noch einmal vor dem Ende der Session im Start zu stehen und einen weiteren Sprung zu springen. Selbst der sonst sehr souveräne Moderator Mini Karpf vergass hier kurz das es sich um eine Session handelte und dachte Iouri würde lediglich einen Sprung just for fun zeigen. Doch Iouri gab nochmal alles und ihm gelang ein perfekt gelandeter one-foot, was ihm genügend Punkte für den Einzug ins Superfinal brachte.

Dort gab es ein Wiedersehen mit den üblichen Verdächtigen, welche schon in Zürich zu überzeugen wussten. Diesmal schaffte Hitsch den Einzug ins Finale nicht mehr, stattdessen qualifizierte sich der leztjährige TTR-World Champion Peetu Piironen neben den beiden Dominatoren aus Zürich Eero Ettala und Seb Toutan fürs Finale. Iouri der im Trainig bereits fleissig an einem bs doublerodeo 10 gearbeitet hatte, zeigte diesen Sprung im Finale, musste jedoch bei der Landung reverten und bekam deshalb nur wenig Punkte. Ebenso hatte Peetu leichte Problem bei der Landung was ihn ebenfalls aus dem Rennen um den Sieg warf. Es kam also zum erneuten Zweikampf Etalla gegen Toutant. Eero zeigte minimale Schwächen bei der Landung wogegen Seb Toutan perfekt gesprungen ist. Der Sieger hiess also dieses mal Seb Toutant, welcher eine gelungen Revanche für Zürich nehmen konnte.

Das Freestyle.Berlin war ein würdiger Ableger vom Event in der Schweiz. Der Event funktionierte einwandfrei und es ist auf jedenfall zu wünschen, dass der Event auch im nächsten Jahr wieder stattfinden kann. Dann hoffentlich mit mehr Zuschauer, welche den Event zum gleichen Spektakel wie in der Schweiz machen.